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HTMLy

HTMLy ist ein leichtgewichtiges Flat-File-System speziell für Blogs. Wer einen einfachen und schnellen Standard-Blog ohne großen Installations-, Konfigurations- und Pflegeaufwand sucht, der ist mit HTMLy gut bedient.

HTMLy wurde erstmals im Jahr 2013 veröffentlicht. Seitdem wurde das CMS von der Community als Open-Source-Projekt weiterentwickelt. Der Initiator ist Danang Probo Sayekti, ein Web-Entwickler aus Indonesien. Entsprechend hoch ist die Verbreitung im asiatischen Raum.

Screenshot der HTMLy-Webseite

HTMLy ist ein sehr kleines Flat-File-System, das dennoch über alle notwendigen Features verfügt. Die Liste der Features beginnt mit verschiedenen Content-Typen für Posts nach dem Muster von Tumblr und endet bei Kommentaren, Related Posts oder RSS-Feeds. Eine der Stärken von HTMLy ist seine sehr hohe Performance, die auch noch bei hunderten von Inhaltsseitens konstant bleibt.

HTMLy für Content-Manager

HTMLy wurde nicht unbedingt für Ästheten und Design-Enthusiasten entwickelt. Die Administrations-Oberfläche wirkt eher zweckmäßig und nicht unbedingt modern. Die reichlich schmucklose Gestaltung des Autorenbereichs unterstreicht noch einmal den Fokus, den HTMLy auf Zweckmäßigkeit legt.

Ähnlich wie Tumblr unterstützt HTMLy verschiedene Arten von Content-Beiträgen. Neben normalen Text-Inhalten gehören dazu Zitate, Bilder sowie Audio- und Video-Beiträge. Dabei unterstützt HTMLy allerdings nur spezielle Plattformen wie YouTube für Videos oder Soundcloud für Audio-Streams. Wer diese Plattformen ohnehin nutzt, für den ist HTMLy ein schneller Startpunkt für das Instant-Blogging. Wer allerdings andere Plattformen wie Vimeo nutzt, muss HTMLy dafür eigenhändig erweitern.

Die eingebauten Features bieten alles, was man für einen normalen Standard-Blog benötigt: Beiträge, Entwürfe, Tags, Feeds, Kommentare (mit Disqus), Social-Media-Buttons, eine Google-Sitemap, Content-Teaser, Read-More-Buttons, verwandte Artikel, neueste Posts, beliebteste Beiträge, Permalinks sowie die Integration von Facebook, Google Analytics und Google Publisher. Für die Konfiguration bietet HTMLy ein langes Formular im Admin-Bereich an, es werden also keine Code-Kenntnisse benötigt.

HTMLy nutzt einen Markdown-Editor mit einer WYSIWYG-Preview. Auch Autoren, die bislang mit HTML-Editoren gearbeitet haben, dürften damit gut zurechtkommen.

HTMLy für Entwickler

Gerade Einsteiger und PHP-Puristen dürften ihren Gefallen an dem CMS finden. HTMLy ist in PHP geschrieben und hat eine sehr schlanke Code-Basis. Sogar die Templates sind mit einfachem HTML und PHP erstellt, auf Hilfsmittel wie Twig oder YAML verzichtet das System komplett. Die Dokumentation kann man in weniger als einer Stunde durchlesen und das erste Projekt dürfte man inklusive Einarbeitung in wenigen Stunden vollendet haben.

HTMLy unterstützt neun eingebaute Funktionen, die als "Widgets" genutzt werden können:

search()
menu()
recent_posts()
popular_posts()
archive_list()
tag_cloud()
category_list()
get_related($p->related)
recent_type($type)

Zusätzlich gibt es ein kleines Code-Beispiel für ein einfaches Kontakt-Formular. Wer seinen Content-Managern einen Gefallen tun will, kann relativ leicht ein individuelles Design für das Administration-Board erstellen. Außerdem kann man die komplette Code-Basis forken und sein eigenes Flat-File-Blog fast ohne externe Abhängigkeiten entwickeln. Einzige Ausnahme ist der von Stackoverflow genutzte Markdown-Editor. Beachten sollte man jedoch, dass HTMLy nicht unbedingt Modular aufgebaut ist und man für Erweiterungen in vielen Fällen die Core-Dateien ändern muss, sodass ein Update der Codebasis nach Anpassungen häufig nicht mehr möglich ist. Viele Teile von HTMLy sind auch nicht objekt-orientiert geschrieben, sondern folgen einer einfacheren prozeduralen Logik.

HTMLy für Nicht-Entwickler

HTMLy erinnert hin und wieder an ein schlankes WordPress ohne Plugins. Es wird mit fünf fertigen Themes ausgeliefert, von denen jedes über die umfangreichen Konfigurationsmöglichkeiten angepasst werden kann. Für Einsteiger in die Web-Entwicklung dürfte HTMLy aufgrund seiner vergleichsweise einfachen Code-Basis ein guter Startpunkt zumindest in die Theme-Entwicklung sein. Ähnlich wie bei Wordpress kann mein einfache Funktionen kopieren und so sein Theme anpassen oder komplett neu entwickeln. Die übersichtliche Code-Basis erleichtert dabei den Einstieg. Allerdings hat man im Vergleich zu WordPress nur eine sehr dünne Dokumentation und eine kleine Community. Auch eignet man sich mit HTMLy nicht unbedingt die modernste Best-Practice an, der schnelle Erfolg dürfte dafür jedoch die Motivation erheblich steigern.

Preise

HTMLy ist mit all seinen Themes und Erweiterungen kostenlos und Open Source.

Empfehlungen: Wann macht HTMLy Sinn?

Immer, wenn man ohne viel Aufwand einen einfachen Standard-Blog aufsetzen will und auf jeglichen Feature-Overload verzichten kann, ist HTMLy eine gute Wahl. Das System ist in wenigen Minuten startklar und etwas fortgeschrittenere Entwickler dürften eine individuelle Seite in wenigen Stunden aufgesetzt haben. Eine perfekkte Option, wenn es beispielsweise um ein begleitendes Blog für ein neues Projekt geht oder man ein Konzept erst einmal mit einfachen Möglichkeiten ausprobieren will. Auch für Einsteiger in die Web-Entwicklung bietet sich HTMLy als schlanke Spielwiese an. Schnelle Erfolge sind garantiert und die Lernkurve ist vergleichsweise flach.