CMSstash

Stichtage zur Web-Optimierung

Das Web ist permanent in Bewegung. Und wer auf dem Laufenden bleibt, ist bei der Optimierung seiner Webseite klar im Vorteil. Mit dieser ständig aktualisierten Liste bekommen Webseiten-Profis ab sofort eine Hilfestellung, um ihre Web-Optimierung in Zukunft besser zu planen. In die Liste aufgenommen werden nicht nur die üblichen SEO-Updates von Google, sondern auch gesetzliche Neuerungen oder technische Trends. Die Übersicht richtet sich an Web-Entwickler, Webseiten-Betreiber, Blogger, Online-Projektmanager und Online-Redakteure. Wer auf dem Laufenden bleiben will, kann auch den Twitter-Account von @CMSstash verfolgen.

2019: ePrivacy-Verordnung

Die ePrivacy-Verordnung wurde am 23.10.2017 vom EU-Parlament beschlossen, muss jedoch noch von der EU-Kommission abgesegnet werden. Die Verordnung ergänzt die neue Datenschutz-Grundverordnung DS-GVO und sollte ursprünglich ebenfalls zum 25. Mai 2018 greifen. Inwischen geht man jedoch davon aus, dass die ePrivacy-Verordnung nicht vor 2019 kommen wird.

Die ePrivacy-Verordnung soll vor allem den Umgang mit Cookies neu regeln und das Tracking besser regulieren. Die Bestimmungen würden vor allem das Online- und Direkt-Marketing und den gesamten Online-Werbemarkt stark beeinflussen. Grundsätze der Richtlinie sind unter anderem "Privacy By Default", das heißt Browser und andere Geräte sollen mit den datenschutzfreundlichsten Default-Einstellungen ausgeliefert werden. Die "Do Not Track"-Einstellung von Usern muss künftig von Webseiten und Apps zwingend beachtet werden, Tracking-Walls sollen wegfallen und Offline-Tracking-Methoden wie die Geo-Lokalisierung über WLANs sollen eingeschränkt werden. Nutzer sollten sich über den Gewinn an Privacy freuen, viele Unternehmen laufen allerdings Sturm. Daher bleibt es offen, was am Ende tatsächlich in der EPrivacy-Verordnung stehen wird.

Quelle: Zum Beispiel Netzpolitik

01.10.2018: Google Safe API v4

Über die Google Safe Api können Entwickler kontrollieren, ob ein Link auf eine Webseite führt, die von Google als unsicher eingestuft wurde. So eine Prüfung ist vor allem bei User Generated Content wichtig, wenn Nutzer beispielsweise Kommentare oder sontige Inhalte mit Links hinterlassen können.

Zum 1.10.2018 wird Google die alten API-Versionen v2 und v3 komplett abschalten. Wer die API benutzt, sollte also frühzeitig auf Version 4 umsteigen.

Quelle: Google Security Blog

23.09.2018: Einheitliche Barrierefreiheit

Bis zum 23. September 2018 müssen die in Deutschland maßgebliche Verordnungen für die Barrierefreiheit (BITV und Landesverordnungen) an die internationalen Guidelines für Barrierefreiheit WCAG 2.0 angeglichen werden. Das folgt aus der Ende 2016 ratifizierten EU-Richtlinie 2102. Für die Anwendung der neuen Bestimmungen gibt es unterschiedliche Fristen. Die Mitgliedsstaaten sollen die Umsetzung der Barrierefreiheit überwachen und den Stand der Dinge spätestens ab dem 23. Dezember 2021 im Drei-Jahres-Rhythmus an die Kommission berichten.

Der Kreis der betroffenen Webseiten ist voraussichtlich größer, als bei der aktuellen BITV. Es gibt allerdings viele Ausnahmen und Sonderbestimmungen, sodass man den Handlungsbedarf individuell prüfen muss. Angesprochen fühlen sollten sich neben dem Bund, den Ländern und den Kommunen auch alle öffentlichen Stellen, Gebietskörperschaften, Einrichtungen des Öffentlichen Rechts und bestimmte Verbände. Webseiten-Verantwortliche von Gerichten, Universitäten, Krankenhäusern, Bibliotheken und ähnlichen Einrichtungen sollten sich daher mit der Verordnung beschäftigen.

Quellen: Hellbusch, Barrierekompass, EU-Richtlinie 2102

07.2018: Speed wird Ranking-Faktor für Mobile Search

Ab Juli 2018 wird Google ein neues Speed Update ausrollen. Dabei wird die Perfomance von Mobile Seiten als eigener Ranking-Faktor für die Mobile-Suche (Mobile-Search-Index) aufgenommen. Laut Goolge wird das Update nur einen kleinen Teil der Such-Anfragen betreffen. Da Google in den letzten Jahren die Performance von Webseiten generell zu einem wichtigen Faktor gemacht hat, ist das neue Speed Update jedoch eine gute Gelegenheit, sich noch einmal mit dem Performance-Thema zu befassen.

Quelle: Google Webmaster Blog, Search Engine Land

07.2018: HTTPS-Seiten werden Standard bei Chrome

Im Juli 2018 erscheint die Version 68 des Chrome-Browsers. Der Browser wird dann alle Nicht-HTTPS-Seiten als unsicher markieren. Höchste Zeit also, seine Webseite von HTTP auf HTTPS umzustellen.

Das Thema ist nicht wirklich neu, da Google bereits seit Jahren die Umstellung auf HTTPS-Seiten forciert. Allerdings wurden in der ersten Stufe mit Version 56 nur Seiten mit Passwort- oder Kreditdaten-Abfrage als unsicher markiert. Mit Version 62 wurden dann alle HTTP-Seiten mit Eingabe-Feldern als unsicher gekennzeichnet, also auch Seiten, die zum Beispiel ein Suchfeld haben. Sofern der User den Incognito-Mode von Chrome aktiviert hat, werden mit Version 62 auch alle anderen HTTP-Seiten als unsicher markiert. Mit Version 68 werden nun im letzten Schritt restlos alle HTTP-Seiten als unsicher gekennzeichnet, unabhängig davon, in welchem Modus man surft.

Eine generelle Verschlüsselung von Webseiten ist ohnehin ratsam, da eine unverschlüsselte Übertragung von personenbezogenen Daten zum Beispiel über ein Kontakt-Formular in bestimmten Fällen abmahnfähig sein kann (konkret wohl bei geschäftsmäßíg erbrachten Onlinediensten). Detaillierte Infos dazu findet man beim Datenschutz-Beauftragten und bei den bekannten Rechts-Bloggern.

Quelle: Google Blog, Datenschutzbeauftragter-info

06.2017: WCAG 2.1 wird zur Recommendation

Im Juli 2018 soll die neue Version der Barriereguidelines WCAG 2.1 zur Empfehlung werden. So das W3C in seinem Accessibility Rückblick 2017 und einen Ausblick für 2018. Die WCAG 2.1 haben bereits am 30. Januar 2018 den Status der Candidate Recommendation erhalten. Es wird begrüßt, wenn die neuen Guidelines schon im Candidate-Status umzusetzen, damit die Webseiten bis zur Empfehlung bereits den neuen Anforderungen entsprechen.

Die Web Content Accessibility Guidelines (WCAG) sind der wichtigste Standard für die Barrierefreiheit von Webseiten. Die Guidelines werden vom W3C erarbeitet und herausgegeben. Für deutsche und europäische Webseiten-Betreiber werden die WCAG-Guidelines in der Version 2.0 in Zukunft noch wichtiger, da bis zum September 2018 eine Harmonisierung der Barrierefreiheit im EU-Raum erfolgen soll und sich dabei alle nationalen Bestimmungen wie zum Beispiel die BITV an den WCAG orientieren sollen. Zudem wird durch die Harmonisierung auch der Kreis der Webseiten ausgeweitet, die die Bestimmungen der Barrierefreiheit erfüllen sollten.

Quelle: W3C accessibility review 2017 and outlook 2018

25.05.2018: Frist für DS-GVO/GDPR endet

Die neue europäische Datenschutz-Grundverordnung DS-GVO (GDPR) ist am 24. Mai 2016 in Kraft getreten. Organisationen und Unternehmen haben zwei Jahre Zeit, ihre Datenschutz-Prozesse und auch ihre Online-Angebote an die neuen Datenschutzregelungen anzupassen. Ab dem 25. Mai 2018 ist die DS-GVO dann verpflichtend.

Wer sich bislang noch nicht informiert hat, sollte das jetzt tun. Grundsätzlich regelt die DS-GVO eher datenschutzrechtliche Prozesse im Unternehmen wie Dokumentationspflichten, das Recht auf Datenlöschung, Daten-Übertragbarkeit und ähnliche Dinge. Zwei Punkte sind jedoch für alle Webseiten-Betreiber wichtig:

Das Kopplungs-Verbot untersagt beispielsweise, die Teilnahme an einem Gewinnspiel von der Anmeldung zu einen Newsletter abhängig zu machen. Gleiches gilt, wenn das Unternehmen Gratis-E-Books oder Gratis-Whitepapers zum Download anbietet.

Regelungen zu Cookies oder Social-Plugins gibt es in der DS-GVO nicht direkt, ggf. aber indirekt. Angesichts des traditionellen Chaos in diesem Bereich scheint die Empfehlung zu überwiegen, sich vorsichtshalber wie schon heute über einen Cookie-Banner abzusichern und eine Zwei-Klick-Lösung für Social-Media-Buttons einzusetzen. Genaue Regelungen werden dann mit der ePrivacy-Verordnung kommen, die für 2019 erwartet wird.

Quellen: Unendlich viele, einen relativ guten Einstieg bietet 1&1.

01.02.2018: Neue Policy für AMP Websites

Ab dem 1. Februar 2018 ändert Google die Policy für AMP-Websites. Künftig sollen die Inhalte der AMP-Version möglichst vergleichbar mit den Inhalten der Cannonical Website sein. Sprich, man sollte in der AMP-Version möglichst keine Inhalte kürzen oder verändern.

Mitte Februar hat Google außerdem das neue Format AMP Stories eingeführt und AMP für Mails angekündigt.

Mit dem AMP-Programm (accelerated mobile pages project) will Google die Optimierung von mobilen Webseiten auch für langsame Netzwerkverbindungen fördern. Das AMP-Framework baut dabei auf existierenden Technologien auf, nutzt dabei jedoch ein erweitertes, proprietäres Markup. AMP-Websites werden auch in der Google Search Console als eigener Punkt aufgeführt, AMP ist jedoch kein eigener Ranking-Faktor.

Google kooperiert bei seinem AMP-Projekt vor allem mit Publishern und demnächst auch mit WordPress. In der Web-Szene stößt Google mit seinem Vorgehen allerdings zunehmend auf Kritik. Die Kritiker befürchten unter anderem, dass Google den Content mit dem Framework noch weiter für sich einnimmt und versucht, eigene Web-Standards einzuführen. Gleichzeitig bestehen natürlich auch Befürchtungen, dass AMP zum Ranking-Faktor wird oder einen noch breiten Raum in der Google Suche einnimmt und dadurch Druck auf das Web steigt.

Quelle: Google Webmaster Blog, AMP-Project

08.01.2018: Google rollt neue Search-Console aus

Google rollt seit Januar 2018 seine neue Search Console als Beta-V)ersion aus. Die alte Google Search Console wird allerdings parallel weiterbetrieben, bis die neue Console komplett ist, also mindestens noch bis Ende des Jahres.

Die neue Search-Console wird ein paar Verbesserungen mitbringen:

Sehr viele Features aus der alten Search Console fehlen allerdings noch und werden im laufe des Jahres migriert.

Quelle: Google Webmaster Central Blog