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Bolt: Ein CMS für Agenturen

Autor: Sebastian Schürmanns

Bolt ist ein junges und leichtgewichtiges Open-Source-CMS für einfache Webseiten. Bolt möchte für Entwickler möglichst einfach und für Anwender möglichst intuitiv sein.

Bolt wurde von dem niederländischen Entwickler Bob den Otter erstellt und entwickelte sich seit der ersten Veröffentlichung im Oktober 2012 rasch zu einem beliebten Open-Source-Projekt. Laut seinem Gründer wurde Bolt ursprünglich von der Web-Agentur Two Kings für Kundenprojekte entwickelt.

Startseite von Bolt CMS

Bolt ist feature-mächtig, startet bei der Erst-Installation jedoch ziemlich leichtgewichtig. Es nutzt die gut etablierte Kombination aus Twig und YAML für die Theme-Entwicklung. Das CMS ist für Content Manager leicht zu nutzen, konzentriert sich jedoch auf Web-Entwickler, die einfache Web-Auftritte für ihre Kunden erstellen wollen.

Bolt für Content Manager

Bolt wird mit einer einfachen Nutzer-Oberfläche für Autoren und Administratoren ausgeliefert. Allerdings können Autoren das System nicht out of the Box produktiv einsetzen. Zwar kann Bolt recht einfach mit einem initialen Theme installiert werden. Das Theme ist jedoch eher ein Showcase für Entwickler und weniger für einen konkreten Anwendungsfall vorgesehen. Wer dagegen ein anderes Theme installieren möchte, sollte sich mit Entwickler-Tools wie GitHub auskennen. Auch die Konfiguration eines Themes über YAML dürfte den normalen Anwender überfordern, sodass man sich als Laie nur mit einem Entwickler an der Seite für Bolt entscheiden sollte. Wenn der Entwickler seine Sache richtig macht, dann ist die Arbeit für den Autor am Ende recht leicht.

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Bolt arbeitet mit unterschiedlichen Inhalts-Typen, die im Menü des Dashboards aufgeführt sind. Ein Entwickler kann beliebig viele neue Inhalts-Typen definieren, sodass das Menü je nach individueller Ausgestaltung und Webseiten-Konzept variiert. Initial gibt es die Typen "pages", "entries", "showcase" und "blocks":

Bolt bietet einen klassichen HTML-Editor und einen modernen Markdown-Editor. Wie viele andere neue Systeme kann man auch bei Bolt in der Standard-Installation keine Bilder in den Fließtext integrieren. Dazu muss der Entwickler das System erst entsprechend konfigurieren. Allerdings unterstützt Bolt einen separaten Upload von unterschiedlichsten Dateien wie Bilder, Videos und andere Datei-Typen, die dann abseits des Haupt-Inhaltes dargestellt werden können. Außerdem liefert Bolt in der Standard-Installation ein Mapping-Tool, mit dessen Hilfe Adressen auf einer Karte dargestellt werden können. Ein weiteres smartes Features ist die Erstellung von Dummy-Content per Knopfdruck.

Bolt ist eine gute Option für Autoren. Allerdings muss es von einem Entwickler passend konfiguriert werden. Wer auf der Suche nach einem System ist, dass ohne Entwickler-Kenntnisse out-of-the-box läuft, sollte sich eher nach etwas anderem umsehen.

Bolt für Entwickler

Bolt ist in PHP geschrieben und nutzt einen modernen Technologie-Stack:

Die Installation von Bolt ist denkbar einfach: Den Code herunterladen, zu deinem-lokalen-ordner/public oder deine-webseite.com/public wechseln und nur noch die Installations-Formulare ausfüllen. Wenn man keine Informationen für eine Datenbank eingibt, wird Bolt mit einem SQLite Repository installiert.

Die initiale Ordner-Struktur von Bolt ist ebenfalls recht leichtgewichtig:

Bolt nutzt die bekannte Kombination aus YAML und Twig für die Themen-Entwicklung. Die YAML-Files werden für die Konfiguration genutzt und zur Definition von Eingabeldnern für die Autoren. Twig wird als Template-Engine für die Ausgabe der Inhalte als Website genutzt.

Die YAML-Files befinden sich in dem App-Ordner. Damit sind sie eine gemeinsame Ressource und keine individuelle Ressource für ein individuelles Theme. Wenn man einen neuen Content-Typ "News" für den Autor erstellen möchte, muss man die existierende YAML-Datei "contentfiles" im App-Ordner wie folgt erweitern:

news:
    name: News
    singular_name: Newsitem
    fields:
        title:
            type: text
            class: large
        slug:
            type: slug
            uses: title
        image:
            type: image
        text:
            type: html
            height: 300px
    record_template: newsitem.twig

Danach muss man die Datenbank-Tabellen an die YAML-Konfiguration anpassen. Zum Glück gibt es dafür einen Button in der Administrations-Oberfläche, was eine Menge Arbeit spart.

Nachdem man das neue Feld konfiguriert und die Datenbank erweitert hat, kann man den Inhalt der Felder mit Twig in einem Template des Themes ausgeben:

{% setcontent newsitems = "news/latest/4" %}

{% for newsitem in newsitems %}
<article>
    <h2><a href="{{ newsitem.link }}">{{ newsitem.title }}</a></h2>

    {{ newsitem.excerpt }}

    <p class="meta"><a href="{{ newsitem.link }}">Link</a> -
    Posted by {{ newsitem.user.displayname }}
    on {{ newsitem.datecreated|date("M d, ’y")}}</p>

</article>
{% endfor %}

Wenn du mehr über Bolt erfahren willst, dann nutze einfach die recht gute Dokumentation auf der Bolt-Seite.

Bolt für Nicht-Entwickler

Bolt ist ein CMS für Entwickler und funktioniert für Autoren nicht out-of-the-box.

Für Code-Einsteiger ist Bolt vermutlich eine gute Option, da das System recht leichtgewichtig und sauber ist. Man arbeitet dabei nicht mit reinem PHP, sondern mit Abstraktionen wie YAML und Twig. Allerdings ist diese Kombination inzwischen weit verbreitet, sodass der Einstieg sicherlich lohnt.

Kosten

Bolt ist ein Open-Source-Projekt, allerdings gibt es kommerziellen Support für Bolt und einen Marktplatz für Themes und Plugins.

Empfehlung: Wofür ist es geeignet?

Bolt ist ein gutes System für einfache Business-Webseiten, für private Webseiten, Portfolio-Seiten oder ggf. auch Blogs. Bolt unterstützt keine Multi-Lingualen Webseiten und auch keine Multi-Site-Installation.

Es gibt zahlreiche mittelgroße Unternehmen und Organisationen, die Bolt als Content Management System nutzen. Dazu gehört das Historische Museum von Den Hague, Wikimedia.nl, Nicala, Pegas Real und Two Kings. Auf der Webseite von Bolt gibt es einen Showcase-Bereich, mit dem man sich einen Eindruck verschaffen kann.

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Zuletzt aktualisert: 27.02.2018