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Coast CMS für statische HTML-Seiten

Autor: Sebastian Schürmanns

Coast ist eine schlanke Open-Source Lösung für statische HTML-Seiten. Anstelle eines vollständigen CMS bietet Coast eine Art Inline-Editor, der nachträglich in statische Web-Auftritte eingebaut werden kann. Solche Lösungen bieten sich vor allem für kleine Web-Auftritte an, bei denen der Autor lediglich kleine Änderungen an Texten und Bildern vornehmen will. Diese Beschränkung auf das Wesentliche befreit den Entwickler von einer aufwändigen Integration in ein komplexes CMS.

Das CMS Coast für statische Webseiten

Coast CMS wurde von Fabian Meiswinkel entwickelt und ist erstmals im Jahr 2014 unter MIT-Lizenz erschienen. Die Entwicklung ist inzwischen abgeschlossen und das System läuft stabil. Das kleine CMS ist nur in deutscher Sprache verfügbar.

Coast für Content Manager

Bei Coast werden Webseiten im Inline-Editing-Modus editiert. Nach dem Login findet man im Header ein Menü mit den folgenden Buttons:

Sobald man in den Editier-Modus wechselt, werden alle editierbaren Bereiche markiert. Je nach Bearbeitungsmöglichkeit wird mit Klick auf den Bereich eine Formatierungs-Leiste eingeblendet.

Coast CMS mit Inline-Editing

Vor allem die Übersicht über Datei-Uploads und Backups ist sehr komfortabel. Auch der HTML-Editor ist für Frontend-Entwickler praktisch, um Änderungen am Quellcode vorzunehmen, ohne ein FTP-Programm zu bemühen.

Coast bietet einige zusätzliche Features an, zu denen verlinkte Bilder, das Verschieben per Drag & Drop sowie wiederkehrende Inhaltselemente gehören. Eher ungewöhnlich für solche Konzepte ist die (sehr eingeschränkte) Erweiterungsmöglichkeit des Webauftritts durch das Kopieren einer Seite.

Für kleine und einfache Web-Auftritte ist Coast definitiv eine charmante Alternative zu einem vollwertigen CMS, zumal die Bearbeitung selbsterklärend ist. Entwickelt der Autor allerdings weitergehende Wünsche, wird man mit dem System recht schnell an seine Grenzen stoßen: Es gibt kein klassisches Dashboard und keinen Administrations-Bereich, in dem man bestehende Seiten verwalten oder komplett neue Bereiche erstellen könnte. Möglich ist bei solchen Inline-Konzepten natürlich auch eine Fehlbedienung durch den Autor. Dennoch: Mit kaum einem CMS lässt sich ein statisches Template innerhalb einer halben Stunde editierbar machen. In vielen Situationen dürfte diese Einfachheit ein gutes Argument für den Einsatz von Coast sein.

Wer Coast im Live-Betrieb sehen will, kann sich über die Demo-Installation und das Demo-Video auf der Webseite von Coast einen ersten Eindruck verschaffen.

Coast für Entwickler

Coast wurde mit PHP und JavaScript entwickelt. Um das System zu installieren, muss man lediglich die Dateien von Coast auf den Server laden, die statischen HTML-Seiten in den Root-Ordner packen und das Passwort sowie den Usernamen in den Einstellungen unter cms/settings.php ändern. Unter der URL www.meine-domain.com/cms kann sich der Autor am System anmelden.

Um einen Bereich editierbar zu machen, fügt man im Quellcode der index.html-Datei einfach die CSS-Klasse class="editable" hinzu. Für einzelne Zeilen nutzt man die Klasse class="editable_line".

Auch Bilder und Bild-Gallerien können über einfache CSS-Klassen editierbar gemacht werden. Bilder erhalten dazu die Klasse <img src="image.jpg" class="editable_image">. Bilder-Gallerien werden als separate HTML-Dateien im Verzeichnis cse abgelegt. In der index.html werden die Gallerien über den folgenden Div-Wrapper integriert:

<div class="gallery_wrap content_section_wrap" data-cs-src="cse/gallery_img.html" data-cs-title="Bild hinzufügen" data-cs-pos="top">
</div> 

In ähnlicher Form lassen sich auch wiederkehrende Bereiche wie zum Beispiel eine News-Section integrieren:

<div class="content_section_wrap" data-cs-src="cse/news_section.html" data-cs-title="Newsmeldung hinzufügen" data-cs-pos="top">
...
</div> 

Auch hier wird das News-Snippet wieder als separate HTML-Datei im Ordner cse abgelegt.

Auf der Seite von Coast werden neben diesen Basis-Funktionen noch ein paar weiterführende Code-Snippets aufgeführt, zum Beispiel Snippets für verlinkte Bilder oder verschiedene Bild-Größen bzw. Bild-Positionierungen. Alles in allem kommt die Dokumentation mit zwei Seiten aus.

Coast für Nicht-Entwickler

Wenn jemand eine HTML-Struktur lesen kann und weiß, wie man CSS-Klassen und Attribute zu einem Element hinzufügt, dann kann er Coast auch ohne fortgeschrittene Entwickler-Kenntnisse nutzen.

Preise

Coast ist eine kostenfreie Open-Source-Software und wird unter der MIT-Lizenz zum Download angeboten.

Empfehlung: Wann eignet sich Coast?

Coast ist eine gute Option, wenn es um sehr simple, statische Webseiten geht, bei denen der Autor nur hin und wieder minimale Änderungen vornehmen möchte. Da weitergehende CMS-Funktionalitäten und eine Seiten-Verwaltung fehlen, besteht immer die Gefahr, dass neu entstehende Wünsche des Seitenbetreibers nicht erfüllt werden können. Durch die Integration von externen Services wie Kommentar-Systeme oder Newsletter-Software kann man sich in vielen Fällen jedoch behelfen.

Systeme wie Coast können eine Alternative zu den Static Site Generatoren sein, die in der Regel keine Editier-Möglichkeit für Autoren bieten. Im Gegensatz zu den Static Site Generatoren lassen sich mit Coast allerdings keine umfangreichen Auftritte verwalten.

Neben Coast gibt es noch zahlreiche andere Lösungen für statische HTML-Seiten, die teilweise als Remote-Dienste funktionieren oder andere technische Konzepte nutzen. Solche Lösungen können auf jeden Fall das Portfolio von Web-Entwicklern erweitern oder auch Hobby-Codern helfen, die lediglich HTML und CSS beherrschen.

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Zuletzt aktualisert: 05.10.2018