CMSstash

October CMS: Das Laravel-System für Agenturen

Autor: Sebastian Schürmanns

October CMS ist ein junges System auf Basis des populären PHP-Frameworks Laravel. Das CMS erschien erstmals im Jahr 2013 unter dem Motto "Back to the Basics". Heute spricht October CMS vor allem professionelle Web-Dienstleister als Haupt-Zielgruppe an.

Startscreen of October CMS

OctoberCMS wurde von Alexey Bobkov und Samuel Georges entwickelt, zwei Developern aus Kanada und Australien. Beide zusammen bringen über 30 Jahre Erfahrung in die Entwicklung von October CMS ein.

October CMS ist schnell installiert, verfügt über eine moderne und gut durchdachte Benutzeroberfläche und bietet einige hundert Themes und Plugins in seinem Marktplatz an. Mit seinem integrierten und sehr gelungenen Code-Editor für Templates orientiert sich October CMS vor allem an den Bedürfnisse von Frontend-Entwicklern. Aber auch Autoren können sich über eine gut designte und minimalistische Oberfläche freuen, die im Detail allerdings etwas ungewohnt sein kann. Mit etwa 50 MB ist das CMS insgesamt nicht unbedingt leichtgewichtig geworden.

October CMS für Content Manager

Die Oberfläche für Autoren und Administratoren ist aufgeräumt und gut designed. Inhalte werden bei October CMS in der Standard-Installation mit einem Markdown-Editor im klassischen Split-Screen-Modus erstellt: Auf der linken Seite nutzt der Autor Markdown für die Text-Auszeichnung, auf der rechten Seite erscheint die HTML-Vorschau. Wer kein Markdown mag, kann mit Hilfe von Plugins seinen favourisierten HTML-Editor installieren.

Markdown Editor of October CMS based on the ACE Editor

Autoren dürfte die Arbeit mit dem ausgefeilten Media-Management von OctoberCMS gefallen. Der Markdown-Editor bietet zwei Buttons zum Einfügen von Links und Medien an. Ein Button führt zum Media-Management-System mit den bereits existierenden Bildern und Links. Mit dem anderen Button kann der Autor neue Medien und Links zur Seite hinzufügen. Wer gerne mit Drag & Drop arbreitet, kann für den Bild-Upload ein entsprechendes Feld im Vorschau-Bereich des Markdown-Editors nutzen und so direkt das Ergebnis sehen.

Der Standard-Workflow zum Publizieren eines Artikels ist dagegen etwas gewöhnungsbedürftig, da der Veröffentlichungs-Button bzw. die entsprechende Checkbox in einem separaten "Manage"-Tab platziert ist. Ein Entwickler kann die Elemente und Buttons jedoch über eine YAML-Konfigurations-Datei neu sortieren.

Insgesamt ist die Autoren-Oberfläche von October CMS zumindest innovativ und gut gestaltet. Mit dem Default-Workflow und dem Markdown im Split-Screen-Modus zeigt October allerdings nicht ganz so viel Verständnis für die Bedürfnisse eines durchschnittlichen Autors wie für die Bedürfnisse von Frontend-Entwicklern. Der Split-Screen ist zwar ausgesprochen gut umgesetzt und auch Laien-tauglich. Allerdings gibt es für Markdown inzwischen neuere WYSIWYG-Ansätze, die den Ein- und Umstieg für unerfahrenere Autoren deutlich erleichtern. Sehr stark sind allerdings die Konfigurationsmöglichkeiten des Markdown-Editors in den Settings: Der Administrator kann dort nicht nur die Toolbar konfigurieren, sondern auch Styles, Klassen und erlaubte HTML-Tags definieren.

Überhaupt sind die vielen Konfigurationsmöglichkeiten für Administratoren sehr überzeugend. Eines der schönen Features ist das intuitive Rechte-System für Nutzer. Mit dem System lässt sich zum Beispiel die administrative Ebene für neue Autoren ausblenden und so eine ablenkungsfreie Arbeit mit Inhalten einrichten.

October CMS für Entwickler

OktoberCMS ist in PHP geschrieben und basiert auf dem beliebten Framework Laravel. Es folgt der etablierten Kombination aus PHP für die Entwicklung, YAML für die Konfiguration und Twig für die Template-Erstellung.

Die Installation von OctoberCMS erfolgt mit einem einfachen und nutzerfreundlichen Installations-Wizard. Der Wizard ist gut designed und bietet vom System-Check bis hin zur Datenbank-Konfiguration alles an, was man für eine schnelle Einrichtung benötigt.

Auch die Theme-Entwicklung folgt bekannten Prinzipien. Ein Theme ist aufgeteilt in Pages, Partials, Layouts, Contents und Assets mit optionalen Unterordnern. Die Template-Dateien sind wiederum aufgeteilt in Konfigurations-Angaben, PHP-Code und Twig-Markup nach dem folgenden Prinzip:

    url = "/blog"
    layout = "default"
    ==
    function onStart()
    {
        $this['posts'] = ...;
    }
    ==
    <h3>Blog archive</h3>
    {% for post in posts %}
        <h4>{{ post.title }}</h4>
        {{ post.content }}
    {% endfor %}

Ein spezielles Feature von OctoberCMS findet sich unter dem Menü-Punkt "CMS". Dort kann der Entwickler direkt die Theme-Dateien editieren und neue Assets hinzufügen, ohne auf einen separaten Code-Editor angewiesen zu sein. Ob man nun ein ganzes Theme mit dem integrierten Editor entwickeln möchte, bleibt dahingestellt, aber für kleine und schnelle Anpassungen ist das Feature in jedem Fall nützlich.

Code Editor of October CMS

Für OktoberCMS gibt es eine gute Entwickler-Dokumentation, wem das oben beschriebene Konzept also gefällt, kann dort tiefer in die Materie einsteigen.

October CMS für Nicht-Entwickler

Theoretisch kann October CMS dank der großen Auswahl an Themes und dem leichten Installation-Prozess auch von Nicht-Entwicklern genutzt werden. Allerdings richtet sich October eher an Agenturen und Entwickler. Speziell Frontend-Entwickler und auch Code-Einsteiger dürften mit October CMS dank der sauberen Code-Basis und dem integrierten Editor ihre Freude haben.

Die Roadmap von October

Oktober hat zuletzt Laravel auf Version 5.5 geupdated und ist damit auch auf PHP 7 als Minimal-Anforderungen umgestiegen. Ein Langzeit-Projekt von October ist October Pond. Pond war ursprünglich als kostenpflichtige Desktop-Applikation für Mac und Windows geplant, mit der Webseiten in der Digital Ocean Cloud verwaltet werden können. Inzwischen ist man von diesem Ansatz abgerückt. Stattdessen soll Pond eine freie Desktop-Applikation für das Remote-Management von October-Webseiten werden, die überall gehostet sein können. Ein Live-Editing-Feature als weiteres Groß-Projekt ist vorerst zurückgestellt worden. Das ist etwas bedauerlich, da unerfahrenere Mainstream-Autoren als Zielgruppe für October CMS bislang eher nicht in Frage kommen. Weitere Informationen zu den aktuellen Entwicklungen findet man unter Announcement.

Preise

OctoberCMS selbst ist kostenlos und Open Source. Allerdings ist die Lizenz etwas eingeschränkt, da sie zwischen dem privaten Gebrauch und der kommerziellen Nutzung durch Freelancer und Agenturen unterscheidet. Die Details zur Lizensierung findet man den FAQs. Die Themes und Plugins im Marktplatz von October CMS sind dagegen überwiegend kostenpflichtig.

Empfehlung: Wann macht October CMS Sinn?

OctoberCMS ist sehr flexibel und eine gute Wahl sowohl für einfache, als auch für komplexere Webseiten. Man kann das System für Blogs genauso wie für eher statische Business-Auftritte nutzen, wobei der initiale Markdown-Editor möglicherweise nicht allen Autoren gefällt. Mit dem Lizenz-System und der Größe von über 50 MBs ist das CMS allerdings eher auf den Einsatz im Business-Bereich ausgelegt, wovon auch die vielen Partnerschaften von OctoberCMS mit Agenturen und Dienstleistern zeugen.

Auch andere Experten lesen gerne gute Inhalte und freuen sich, wenn Du diesen Artikel zum Beispiel über Twitter teilst. Auf Twitter gibt es außerdem von @CMSstash tägliche Updates.

Zuletzt aktualisert: 24.10.2018