CMS-Roundup: Wenn sich Experimente auszahlen

Das Thema Headless-CMS verströmt inzwischen eine gepflegte Langeweile: Das Konzept ist weder neu, noch auf lange Sicht fesselnd. Die Buzzword-Durchdringung liegt bei gefühlt 100 Prozent. Und auch die Oberflächen vieler Headless CMS wirken eher austauschbar. Ausgerechnet aus Norwegen kommt mit Sanity etwas mehr Farbe ins Spiel. Und das beginnt bereits mit dem Business-Konzept. Denn während kommerzielle Headless-Anbieter ausnahmeslos auf reine SaaS-Angebote setzen, verkauft Sanity mit seinem SaaS-Model lediglich den Speicherplatz ("Content Lake"). Der Editor (das "Content Studio") ist dagegen eine selbstgehostete Open-Source-Software (React), die auf die zentrale Datenbank zurückgreift.

Auch technisch setzt Sanity eigene Akzente und zieht damit seit einigen Jahren die Entwickler-Szene an. Zu den Eigenheiten gehört beispielsweise die Auslieferung von Inhalten als Portable Text anstelle von dem sonst üblichen HTML- oder Markdown-Format. Mit Portable Text werden die Inhalte in einer feingranularen Baumstruktur im JSON-Format ausgeliefert. Mit solchen Strukturen arbeiten auch moderne Editoren wie Prosemirror (dazu ein guter Read von der New York Times). Eine weitere dazu passende Eigen-Entwicklung ist die Abfrage-Syntax GROQ, die Sanity in Anlehnung an die neuere API-Sprache GraphQL als Abfragesprache für JSON bezeichnet.

So viel Experimentierfreude begeistert offenbar nicht nur die Entwickler-Szene, sondern auch einen eCommerce-Giganten: Ende Juni hat Sanity verkündet, dass Shopify eine unbekannte aber relevante Summe in die Plattform investiert hat.

#WordPress Roadmap und GoDaddy-Eklat

Nach der Veröffentlichung von WordPress 6.0 gibt es nun eine Roadmap für WordPress 6.1. Im Fokus stehen (wenig überraschend) der Template Editor und die Pattern Library. Die Veröffentlichung von WordPress 6.1 ist für den 25. Oktober 2021 vorgesehen. Derweil hat ein Seitenhieb von WordPress-Gründer Matt Mullenweg gegen den Hoster GoDaddy für einige Furore gesorgt. In einem wieder gelöschten Tweet beschwert sich Mullenweg über den parasitären Charackter des WordPress-Angebots von GoDaddy. Die finanzielle Situation großer Open-Source-CMS wäre mal eine eigene Analyse wert.

#Releases und Lesetipps

Das Java-System dotCMS hat mit dem letzten Release seine Author Experience verbessert und einen neuen Block-Editor eingeführt. Als Inspirationsquelle nennt dotCMS dabei ausdrücklich den Gutenberg-Editor von WordPress.

Wie im letzten Newsletter angekündigt ist Kirby 3.7.0 erschienen. Es gibt einige Neuheiten wie Statistiken, ein neues Table-Layout, eine neue System-Ansicht, Toggle-Buttons und eine Search Section.

Acquia, die Enterprise DXP-Platform des Drupal-Gründers, hat eine Kooperation mit der Customer Data Platform (CDP) von Acquia und der Workflow-Plattform Workato verkündet.

Golem hat eine kurze Review über das Headless-CMS Directus 9 veröffentlicht. Derweil beschäftigt sich das Smashing Magazine einmal mehr mit dem bekannteren Mitbewerber Strapi und zeigt, wie man in Kombination mit Hugo eine lokalisierte Webseite erstellen kann.

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