CMSstash

Stichtage zur Web-Optimierung

Autor: Sebastian Schürmanns

Das Web ist permanent in Bewegung. Und wer auf dem Laufenden bleibt, ist bei der Optimierung seiner Webseite klar im Vorteil. Mit dieser ständig aktualisierten Liste bekommen Webseiten-Profis ab sofort eine Hilfestellung, mit der sie in Zukunft ihre Web-Optimierung noch besser planen können. In die Liste werden nicht nur die üblichen SEO-Updates von Google aufgenommen, sondern auch gesetzliche Neuerungen oder technische Trends. Die Übersicht richtet sich an Web-Entwickler, Webseiten-Betreiber, Blogger, Online-Projektmanager und Online-Redakteure. Wer auf dem Laufenden bleiben will, kann auch den Twitter-Account von @CMSstash verfolgen.

23.06.2021: Barrierefreiheit mobiler Apps

Bis zum 23.06.2021 müssen alle mobilen Apps öffentlicher Stellen barrierefrei sein.

Quelle: Timeline für die Barrierefreiheit nach EU-Richtlinie 2102

23.09.2020: Barrierefreheit alter Webseiten

Bis zum 23.09.2020 müssen alle Webseiten öffentlicher Stellen, die vor dem 23.09.2018 publiziert wurden, barrierefrei sein.

Quellen: Timeline für die Barrierefreiheit nach EU-Richtlinie 2102

23.09.2019: Barrierefreiheit von Intranets und Extranets

Bis zum 23.09.2019 müssen alle nicht öffentlichen Intranets und Extranets von öffentlichen Stellen barrierefrei sein.

Quelle: Timeline für die Barrierefreiheit nach EU-Richtlinie 2102

2019: ePrivacy-Verordnung

Die ePrivacy-Verordnung dürfte das nächste große Thema für Webseitenbetreiber und vor allem für die Werbewirtschaft sein. Allerdings ist der Stand des Gesetzgebungsverfahrens noch relativ verworren. Den ersten Entwurf hat die EU-Kommission im Januar 2017 vorgelegt, im Oktober 2017 folgten die Änderungsvorschläge des EU-Parlaments, die finale Stellungnahme des EU-Rats wird für das zweite oder dritte Quartal 2018 erwartet. Im Anschluss daran werden Trilog-Verhandlungen zwischen dem Parlament, der Kommission und dem Rat erwartet, sodass mit der endgültigen Regelung nicht vor 2019 gerechnet wird. Außerdem wird mit Übergangsfristen von einem Jahr gerechnet, sodass die Regelungen wohl erst 2020 angewendet werden.

Die ePrivacy-Verordnung soll vor allem den Umgang mit Cookies neu regeln und das Tracking besser regulieren. Die Bestimmungen könnten das Online- und Direkt-Marketing sowie den gesamten Online-Werbemarkt und vor allem die Retargeting-Technologien stark beeinflussen.

Quelle: Zum Beispiel Netzpolitik, Updates unter BVDW, Datenschutzbeauftragter-Info oder DSGVO-Expert

23.12.2018: Modell Accessibility Statement

Im Zuge der EU-Richtlinie 2102 werden das Model Accessibility Statement publiziert und die technischen Anforderungen finalisiert. Außerdem muss die Form des Reportings an die Europäische Kommission feststehen.

Quelle: Timeline für die Barrierefreiheit nach EU-Richtlinie 2102

12.2018: Support für PHP 5.6 und 7.0 endet

Im Dezember 2018 enden die Security Supports für PHP 5.6 (31.12.2018) und PHP 7.0 (03.12.2018). Der aktive Support wurde für beide Versionen bereits 2017 eingestellt. Bis zum Jahresende sollte man daher auf die PHP-Versionen 7.1 oder 7.2 umstellen. Viele Hosting-Anbieter verschicken bereits entsprechende Hinweise.

Quelle: Versions-Übersicht auf php.net, Verbreitung laut W3Techs, Verbreitung laut Boggiano

01.10.2018: Google Safe API v4

Über die Google Safe Api können Entwickler kontrollieren, ob ein Link auf eine Webseite führt, die von Google als unsicher eingestuft wurde. So eine Prüfung ist vor allem bei User Generated Content wichtig, wenn Nutzer beispielsweise Kommentare oder sonstige Inhalte mit Links hinterlassen können.

Zum 1.10.2018 wird Google die alten API-Versionen v2 und v3 komplett abschalten. Wer die API benutzt, sollte also frühzeitig auf Version 4 umsteigen.

Quelle: Google Security Blog

23.09.2018: Einheitliche Barrierefreiheit

Bis zum 23. September 2018 müssen die in Deutschland maßgeblichen Verordnungen für die Barrierefreiheit (BITV und Landesverordnungen) an die internationalen Guidelines für Barrierefreiheit WCAG 2.0 angeglichen werden. Das folgt aus der Ende 2016 ratifizierten EU-Richtlinie 2102. Für die Anwendung der neuen Bestimmungen gibt es unterschiedliche Fristen. Die Mitgliedsstaaten sollen die Umsetzung der Barrierefreiheit überwachen und den Stand der Dinge spätestens ab dem 23. Dezember 2021 im Drei-Jahres-Rhythmus an die Kommission berichten.

Die Umsetzung der EU-Richtline in deutsches Recht ist in vollem Gange, am 11. Juni 2018 findet eine Anhörung zum Thema Barrierefreiheit statt (Gesetz 19/2072 im DIP). Gleichzeitig hat die EU-Kommission Entwürfe für die Monitoring-Methode und für das Accessibility Statement veröffentlicht.

Der Kreis der betroffenen Webseiten wird bei der neuen Regelung voraussichtlich größer sein, als bei der aktuellen BITV. Es gibt allerdings viele Ausnahmen und Sonderbestimmungen, sodass man den Handlungsbedarf individuell prüfen muss. Angesprochen fühlen sollten sich neben dem Bund, den Ländern und den Kommunen auch alle öffentlichen Stellen, Gebietskörperschaften, Einrichtungen des Öffentlichen Rechts und bestimmte Verbände. Webseiten-Verantwortliche von Gerichten, Universitäten, Krankenhäusern, Bibliotheken und ähnlichen Einrichtungen sollten sich daher mit der Verordnung bzw. der Gesetzesänderung beschäftigen.

Weitere Quellen: Hellbusch, Barrierekompass, EU-Richtlinie 2102, Timeline für die Barrierefreiheit nach EU-Richtlinie 2102

Ab Juli 2018 wird Google ein neues Speed Update ausrollen. Dabei wird die Perfomance von Mobile Seiten als eigener Ranking-Faktor für die Mobile-Suche (Mobile-Search-Index, siehe unten) aufgenommen. Laut Google wird das Update nur einen kleinen Teil der Such-Anfragen betreffen. Da Google in den letzten Jahren die Performance von Webseiten generell zu einem wichtigen Faktor gemacht hat, ist das neue Speed Update jedoch eine gute Gelegenheit, sich noch einmal mit dem Performance-Thema zu befassen.

Quelle: Google Webmaster Blog, Search Engine Land

07.2018: HTTPS-Seiten werden Standard bei Chrome

Im Juli 2018 erscheint die Version 68 des Chrome-Browsers. Der Browser wird dann alle Nicht-HTTPS-Seiten als unsicher markieren. Höchste Zeit also, seine Webseite von HTTP auf HTTPS umzustellen.

Neu ist das Thema allerdings nicht, da Google mit Chrome bereits seit Anfang 2017 die Umstellung auf HTTPS-Seiten verstärkt forciert. Die Historie und der Fahrplan sehen so aus:

Auch Firefox verfolgt eine relativ strenge Policy und markiert Passwort-Eingaben auf HTTP-Seiten mit deutlichen Warn-Hinweisen. Eine generelle Verschlüsselung von Webseiten ist ohnehin ratsam, da eine unverschlüsselte Übertragung von personenbezogenen Daten zum Beispiel über ein Kontakt-Formular in bestimmten Fällen abmahnfähig sein kann (konkret wohl bei geschäftsmäßíg erbrachten Onlinediensten). Detaillierte Infos dazu findet man beim Datenschutz-Beauftragten und bei den bekannten Rechts-Bloggern.

Quelle: Google Blog, Datenschutzbeauftragter-info

06.2017: WCAG 2.1 wird zur Recommendation

Die neue Version der Barriere-Guidelines des W3C, die WCAG 2.1, wurden am 30. Januar 2018 als Candidate Recommendation veröffentlicht. Im Juni 2018 sollen die WCAG 2.1 den Status einer offiziellen Recommendation erhalten. Die aktuelle Version der Guidelines (WCAG 2.0) ist seit 2008 eine Recommendation.

Die Web Content Accessibility Guidelines (WCAG) sind der wichtigste internationale Standard für die Barrierefreiheit von Webseiten. Die Guidelines werden vom W3C erarbeitet und herausgegeben. Für deutsche und europäische Webseiten-Betreiber werden die WCAG-Guidelines in der Version 2.0 in Zukunft noch wichtiger, da bis zum September 2018 eine Harmonisierung der Barrierefreiheit im EU-Raum erfolgen soll und sich dabei alle nationalen Bestimmungen wie zum Beispiel die BITV an den WCAG orientieren sollen.

Quelle: W3C accessibility review 2017 and outlook 2018, Aktuelle Version der WCAG2.1 (Proposed Recomendation)

25.05.2018: Frist für DS-GVO/GDPR endet

Die neue europäische Datenschutz-Grundverordnung DS-GVO (GDPR) ist am 24. Mai 2016 in Kraft getreten. Organisationen und Unternehmen haben zwei Jahre Zeit, ihre Datenschutz-Prozesse und auch ihre Online-Angebote an die neuen Datenschutzregelungen anzupassen. Ab dem 25. Mai 2018 ist die DS-GVO dann verpflichtend.

Wer sich bislang noch nicht informiert hat, sollte das jetzt tun. Grundsätzlich regelt die DS-GVO eher datenschutzrechtliche Prozesse im Unternehmen wie Dokumentationspflichten, das Recht auf Datenlöschung, Daten-Übertragbarkeit und ähnliche Dinge. Zwei Punkte sind jedoch für alle Webseiten-Betreiber wichtig:

Das Kopplungs-Verbot untersagt beispielsweise, die Teilnahme an einem Gewinnspiel von der Anmeldung zu einen Newsletter abhängig zu machen. Auch die gängige Praxis, für den Download von Gratis-E-Books oder Gratis-Whitepapers eine Newsletter-Anmeldung zu verlangen, könnte unter diese Bestimmung fallen.

Regelungen zu Cookies oder Social-Plugins gibt es in der DS-GVO nicht direkt, ggf. aber indirekt. Angesichts des traditionellen Chaos in diesem Bereich scheint die Empfehlung zu überwiegen, sich vorsichtshalber wie schon heute über einen Cookie-Banner abzusichern und eine Zwei-Klick-Lösung für Social-Media-Buttons einzusetzen. Genaue Regelungen werden dann mit der ePrivacy-Verordnung kommen, die für 2019 erwartet wird.

Quellen: Viele, einen relativ guten Einstieg bietet 1&1.

26.03.2018: Google startet Mobile First Indexing

Google hat am 26.03.2018 angekündigt, ein Mobile First Indexing auszurollen. Konkrete Auswirkungen hat das Mobile First Indexing allerdings nur, wenn für Mobile Geräte andere Inhalte oder Webseiten ausgeliefert werden, als für Desktop-Geräte. In der Google Developer Dokumentation werden dazu zwei Fälle genannt:

Die große Mehrheit der Webseiten nutzt heute Responsive Webdesign. Dabei werden keine separaten mobilen Inhalte oder Webseiten ausgeliefert, sondern die Webseite passt sich lediglich im Layout flexibel an das Endgerät an. Da es sich immer um die gleiche Webseite und die gleichen Inhalte handelt, sind responsive Webseiten nicht vom Mobile First Indexing betroffen. Auch wenn eine Webseite überhaupt nicht für Mobil-Geräte optimiert ist, hat das Mobile First Indexing laut der Google Developer Doku erst einmal keine Auswirkungen: Die Desktop-Seite bleibt im Index.

Interessant ist, dass separate AMP-Versionen beim Mobile First Indexing nicht genutzt werden, sondern weiterhin die Nicht-AMP-Version bevorzugt wird. AMP ist eine von Google initiierte und geförderte Technologie bzw. ein Framework zur Erstellung schneller, mobile optimierter Versionen. In der Web-Community gab und gibt es Befürchtungen, dass AMP-Seiten künftig bevorzugt werden könnten und Google damit Einfluss auf technische Web-Standards nimmt. Beim Mobile Indexing bestätigen sich diese Befürchtungen vorerst nicht. Ob das auch in Zukunft so bleibt, muss man abwarten.

Webseiten-Betreiber werden über die Search Console informiert, wenn ihre Seite migriert wird.

Quellen: Google Webmaster Blog, Google Developer Doku

01.02.2018: Neue Policy für AMP Websites

Ab dem 1. Februar 2018 ändert Google die Policy für AMP-Websites. Künftig sollen die Inhalte der AMP-Version möglichst vergleichbar mit den Inhalten der Cannonical Website sein. Sprich, man sollte in der AMP-Version möglichst keine Inhalte kürzen oder verändern.

Mitte Februar hat Google außerdem das neue Format AMP Stories eingeführt und AMP für Mails angekündigt.

Mit dem AMP-Programm (accelerated mobile pages project) will Google die Optimierung von mobilen Webseiten auch für langsame Netzwerkverbindungen fördern. Das AMP-Framework baut dabei auf existierenden Technologien auf, nutzt jedoch ein erweitertes, proprietäres Markup. AMP-Websites werden unter anderem in der Google Search Console als eigener Punkt aufgeführt. AMP ist jedoch laut Google kein eigener Ranking-Faktor.

Google kooperiert bei seinem AMP-Projekt vor allem mit Publishern und demnächst auch mit WordPress. In der Web-Szene stößt Google mit seinem Vorgehen allerdings zunehmend auf Kritik. Die Kritiker befürchten unter anderem, dass Google den Content mit dem Framework noch weiter für sich einnimmt und versucht, eigene Web-Standards durchzusetzen. Gleichzeitig bestehen Befürchtungen, dass AMP doch noch zum Ranking-Faktor wird oder einen noch breiten Raum in der Google Suche einnimmt.

Quelle: Google Webmaster Blog, AMP-Project

08.01.2018: Google rollt neue Search-Console aus

Google rollt seit Januar 2018 seine neue Search Console als Beta-Version aus. Die alte Google Search Console wird allerdings parallel weiterbetrieben, bis die neue Console komplett ist, also mindestens noch bis Ende des Jahres.

Die neue Search-Console wird ein paar Verbesserungen mitbringen:

Sehr viele Features aus der alten Search Console fehlen allerdings noch und werden im laufe des Jahres migriert.

Quelle: Google Webmaster Central Blog

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Zuletzt aktualisert: 26.08.2018