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Cloud CMS: Einführung und Marktüberblick

Autor: Sebastian Schürmanns

Cloud-CMS sind mit der wachsenden Popularität des Cloud-Computings entstanden und existieren in allen erdenklichen Ausprägungen. Im Enterprise-Bereich gibt es neben Cloud-Varianten etablierter Content Management Systeme auch einige CMS, die ausschließlich in der Cloud angeboten werden. Genauso finden kleine Unternehmen oder Privatleute eine große Auswahl an SaaS-Anbietern, mit denen sich einfache Web-Auftritte erstellen lassen. Cloud- und SaaS-Angebote sind vor allem aufgrund ihrer günstigen Kostenstruktur und ihrer guten Kalkulierbarkeit beliebt. Doch es gibt auch Nachteile.

CMS in der Cloud: Marktüberblick mit Licht und Schatten

Was ist ein Cloud-CMS?

Traditionell sind Content Management Systeme On-Premise-Lösungen. Dabei stellt der Anbieter die Software physisch bereit (zum Beispiel als Download) und der Kunde installiert die Software auf seinen eigenen Servern oder bei einem Hoster seiner Wahl.

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Bei Cloud-Lösungen wird die Software nicht mehr heruntergeladen und selbst installiert, sondern vom Cloud-Anbieter betrieben. Der Kunde erhält einen Web-Zugang zur Nutzung des Services und bezahlt entweder nach dem Pay-per-Use Prinzip (nach Nutzung) oder über ein Abo-Modell (zum Beispiel monatlich oder jährlich). In Abgrenzung zu selbst gehosteten On-Premise-Lösungen wird dieses Model On-Demand genannt.

Im Zusammenhang mit Cloud-Computing fallen häufig die drei Begriffe IaaS, PaaS und SaaS. Die drei Services können aufeinander aufbauen oder einzeln als Leistung angeboten werden.

In der Regel ist der Cloud- oder SaaS-Anbieter gleichzeitig auch der CMS-Hersteller. Beispiele aus dem Enterprise-Bereich sind die CoreMedia Content Cloud oder Adobe Managed Services für AEM. Aber auch einfachere Plattformen wie WordPress.com, Website-Builder wie Squarespace oder viele der neuen Headless-CMS werden in der Regel als SaaS-Anbieter bezeichnet.

Ein anderes Model sind reine Cloud-Anbieter wie Amazon Web Services (AWS), Google Cloud oder Microsoft Azure. Zumindest AWS bietet einige Content Management Systeme als Software-Bausteine innerhalb seines Service-Pakets an. Diese Variante ähnelt eher dem ASP-Model (Application Service Provider), bei dem ein Anbieter das Hosting und das Management von Dritt-Software übernimmt. Dazwischen stehen Cloud-Anbieter, die sich auf einzelne Content-Management Systeme spezialsiert haben und historisch oft mit der Software verbunden sind. Der Cloud-Anbieter Divio ist zum Beispiel gleichzeitig der Entwickler von Django-CMS und Acquia bietet mit der Acquia Cloud seine Experience Plattform auf Basis von Drupal an.

Vorteile der Cloud

Cloud-Computing ist bei Unternehmen äußerst beliebt und viele Vorteilen liegen auf der Hand:

Nachteile der Cloud

Viele der oben genannten Vorteile eines Cloud-CMS können jedoch auch schnell zum Nachteil werden:

Enterprise Cloud CMS

Große Enterprise Content Management Systeme sind traditionell On-Premise-Lösungen, die mit einem Partner implementiert und auf den eigenen Servern betrieben werden. Inzwischen bieten die meisten On-Premise CMS jedoch auch Cloud-Varianten ihrer Produkte an. Zu den wenigen Enterprise-Anbietern, die generell keine On-Premise Version anbieten und ausschließlich auf die Cloud setzen, gehören AgilityCMS und CrownPeak mit seiner Cloud-DXP. Eine grobe Übersicht:

Name Typ Lizenz Sprache Review
Acquia (Drupal) DXP Open Source (Drupal) PHP /
Agility CMS WCM Proprietär Agnostic / SaaS /
Adobe Managed Services DXP Proprietär Java Review Adobe AEM
BloomReach Cloud DXP Open Source Java /
CoreMedia Content Cloud WCM Proprietär Java Review CoreMedia
CrownPeak DXP Proprietär Agnostic / SaaS /
eZ Platform Cloud WCM Open Source PHP /
FirstSpirit Cloud WCM Proprietär Java Review FirstSpirit
Kentico Cloud DXP Proprietär ASP.NET /
Liferay DXP Cloud DXP Open Source Java /
Magnolia Now WCM Open Source Java Review Magnolia
Sitecore Experience Cloud DXP Proprietär ASP.NET /
Umbraco Cloud WCM Open Source ASP.NET /

Wie erwähnt bietet auch AWS einige der etablierten Enterprise CMS in seiner Cloud an. Mit Solodev gibt es inzwischen sogar ein Enterprise CMS, das ausschließlich auf AWS verfügbar ist.

Headless Cloud CMS

Im Vergleich zu den traditionellen Enterprise-CMS sieht das Angebot bei den neuen Headless CMS genau umgekehrt aus: Es gibt nur eine handvoll On-Premise-Lösungen, die meisten Headless-CMS werden als reine SaaS-CMS angeboten. Die bekanntesten Anbieter sind:

Cloud CMS für kleinere Webseiten

Im Gegensatz zu den großen Enterprise CMS bieten die meisten kleineren CMS keine eigenen Cloud- oder SaaS-Varianten an. Ein Grund ist vermutlich das breite Angebot an Blog-Plattformen und Website-Buildern. SaaS-Varianten von bekannten Content Management Systemen sind:

Wer eine klassische Webseite oder einen Shop plant und kein Budget für eine selbstgehostete Webseite hat, der findet bei den populären Website-Buildern eine sinnvolle Alternative. Allerdings sind die Möglichkeiten der Website-Builder im Vergleich zur selbstgehosteten Webseite deutlich eingeschränkt. Bekannte Anbieter sind:

Eine weitere Möglichkeit sind Cloud-basierte CMS, die eine nachträgliche Bearbeitung statischer HTML-Seiten ermöglichen. Diese Cloud-CMS haben eine lange Tradition, jedoch eine eher fragliche Zukunft. Im Jahr 2017 ist mit Pagelime bereits einer der großen Anbieter vom Netz gegangen und man darf abwarten, wie sich die verbliebenen drei Anbieter in Zukunft halten:

Gerade im Bereich der statischen Webseiten gibt es viele neue Entwicklungen. Beispielsweise hat sich Netlify als Cloud-Anbieter auf statische Webseiten und Static Site Generatoren spezialisiert. Dazu bietet das Unternehmen mit Netlify-CMS eine eigene Autoren-Oberfläche an, die auch als On-Premise-Lösung heruntergeladen und genutzt werden kann. Statische Site-Generatoren gelten derzeit noch als Lösungen für die Technik-affine Nische. Da sie jedoch deutliche Kosten-Vorteile gegenüber dynamischen CMS bieten können, wären neue Anbieter in der Zukunft keine große Überraschung.

Regelmäßige Neuigkeiten über Content-Management-Systeme und Website-Publishing gibt es von CMSstash auf Twitter.

Zuletzt aktualisert: 04.01.2019