Flat File CMS im Überblick

Mit einem Flat File CMS lassen sich vor allem kleine Web-Projekte schnell realisieren. Diese Übersicht stellt die besten Content Management Systeme ohne Datenbank vor und hilft, ein einfaches CMS für eine Webseite zu finden.

#Was ist ein Flat-File-CMS?

Die meisten Content Management Systeme verwenden eine Datenbank, um Inhalte zu speichern. Ein sogenanntes Flat-File-CMS funktioniert anders. Es verzichtet vollständig auf eine Datenbank und speichert die Inhalte und Einstellungen stattdessen in ganz normalen Dateien auf dem Server ab. Für Text-Inhalte haben sich in den letzten Jahren Markdown-Dateien durchgesetzt, doch auch andere Formate sind hin und wieder in Gebrauch.

Report: Flat-File-CMS

Wer schnell und einfach schlanke Webseite bauen will, der ist mit einem Flat-File-CMS gut beraten. Der Report enthält eine ausführliche Markt-Übersicht mit allen relevanten Systemen und bespricht einige ausgewählte Flat File CMS im Detail.

Trotz des Verzichts auf eine Datenbank zählen Flat-File Content Management Systeme zu den vollwertigen CMS: Sie verfügen über eine Autoren- und Administrationsoberfläche und erzeugen einen dynamischen Webauftritt beim Besuch einer URL. Anders als die beliebten Static Site Generatoren, die einen statischen Web-Auftritt über Befehle generieren, erfordern Flat-File-Systeme keine besonderen technischen Kenntnisse von den Autoren und Administratoren.

#Vorteile und Nachteile eines Flat-File-CMS

Flat File CMS sind seit einigen Jahren ziemlich en vogue und sie haben viele Vorteile:

  • Die meisten Flat-File-Systeme sind klein, schlank und relativ einfach. Dadurch eignen sie sich hervorragend für kleinere Web-Projekte.
  • Da Flat-File-Systeme keine Datenbank benötigen, kann man mit ihnen auch auf sehr kleinen Hosting-Paketen beliebig viele Web-Auftritte betreiben.
  • Die Installation eines Flat-File-CMS ist in der Regel sehr einfach. Oft muss nur der Quellcode auf den Server hochgeladen und ein User eingerichtet werden.
  • Die Inhalte von Flat-File-Systemen können jederzeit in Form von Markdown-Dateien heruntergeladen und anderweitig genutzt werden.
  • Für Backups und Server-Umzüge reicht meist ein simples Kopieren der Dateien.
  • Bei vielen Flat-File-CMS ist die Performance so gut, dass die Seiten auch ohne Optimierungen hohe Punktzahlen beim Page-Speed erreichen. Außerdem schont der geringe Ressourcen-Verbrauch nicht zuletzt die Umwelt, auch wenn in dieser Hinsicht statische Seiten z.B. mit Static Site Generatoren noch deutlich effizienter sind.
  • Die Programmierung ist bei den meisten Flat-File-CMS aufgrund einer schlanken und vielfach modernen Code-Basis vergleichsweise schnell und einfach.
  • Mit der Datenbank fällt auch ein beliebtes Angriffsziel für Hacker weg, SQL-Injections sind beispielsweise nicht möglich.

Natürlich haben Flat-File-CMS auch einige Nachteile:

  • Die Auszeichnungssprache Markdown wird zwar immer beliebter. Autoren, die noch keine Berührungspunkte mit Markdown hatten, müssen ihre Schreib-Gewohnheiten jedoch umstellen.
  • Flat-File-CMS bewegen sich immer noch in einer Nische, daher ist die Auswahl an Themes und Plugins in der Regel begrenzt.
  • Man sollte kein zweites WordPress oder einen Website-Builder erwarten. Für die Umsetzung von individuellen Wünschen ist meist ein Entwickler erforderlich.
  • Sehr umfangreiche und stark strukturierte Inhalte wie beispielsweise Produkt-Daten funktionieren mit relationalen Datenbanken besser. Bei sehr vielen Inhalten sind auch Performance-Probleme möglich.
  • Die Erweiterbarkeit hat zumindest in der Praxis seine Grenzen. Beim Thema eCommerce bieten nur wenige Systeme passende Plugins, beispielsweise Statamic mit Simple Commerce und Kirby mit Erweiterungen für SnipCard oder Shopify.

Bei einem komplexen Projekt im Enterprise-Umfeld würde man nur in seltenen Fällen auf ein Flat-File-CMS zurückgreifen. Umgekehrt ist allerdings auch die gängige Praxis bedenklich, simple One-Pager, Online-Portfolios oder einfache Webseiten mit schwergewichtigeren Systemen wie WordPress zu realisieren. Denn gerade für die große Masse der einfachen Webseiten sind Flat-File-Systeme wie geschaffen. Ein weiteres Argument ist die sehr gute Author Experience einiger Flat-File-Systeme. Nicht ohne Grund setzt beispielsweise DER SPIEGEL seit einiger Zeit ein Flat-File-CMS als Autoreninterface für seine Webauftritte ein.

#Flat-File-CMS: Eine Übersicht

Der Markt der Flat-File-CMS ist ausgesprochen bunt und vielfältig. Die Komplexität reicht von einem halben Megabyte bis hin zu schwergewichtigen Systemen, die auf große Frameworks setzen. Einige Flat-File-CMS eignen sich gut für die Verwendung im Unternehmens-Umfeld. Andere bieten sich eher für private Webseiten an. Es gibt eher traditionelle Systeme mit simplen Formular-Eingaben, es gibt kleine Page-Builder mit Inline-Editing, es gibt Block-Editoren, HTML-Editoren und Markdown-Editoren und es gibt Systeme mit hochspezialisierten Features für die Nische.

Bei all dieser Vielfalt wirken einige Flat-File-CMS eher wie Experimente mit kurzer Lebensdauer. Daher sollte man bei der Auswahl nicht zuletzt auf die Kontinuität achten.

Name Start letzte Version Kosten Website CMSstash Review
Aloia 2019 06.2021 keine Aloia Website ./.
Automad 2014 11.2021 keine Automad Website Automad Review
BatFlat 2017 02.2020 keine BatFlat Website ./.
Bludit 2015 11.2021 keine Bludit Website Bludit Review
CMS Simple_XH 2009 10.2021 keine CMSimple_XH Website ./.
FlatPress 2007 06.2021 keine FlatPress Website ./.
Flextype 2018 01.2021 keine Flextype Website ./.
GetSimple 2009 03.2020 keine GetSimple CMS ./.
Grav 2014 01.2022 keine Grav Website Grav Review
HTMLy 2014 04.2021 keine HTMLy Website HTMLy Review
Kirby 2009 02.2022 99 € Kirby Website Kirby Review
MoziloCMS 2007 01.2022 keine Mozilo Website ./.
Pico 2013 08.2020 keine Pico Website ./.
Reboot CMS 2021 01.2022 keine Reboot auf GitHub ./.
Saaze 2020 10.2020 keine Saaze Website ./.
Statamic 2012 08.2021 259 $ Statamic Website Statamic Review
Typemill 2017 01.2022 keine Typemill Website Typemill Review
Typesetter 2009 11.2020 keine Typesetter Website ./.
WonderCMS 2012 01.2022 keine WonderCMS Website ./.
Yellow 2013 01.2022 keine Yellow Website ./.

#Generelle Empfehlungen

Im Dienstleister-Umfeld haben sich vor allem die Systeme Statamic, Kirby und Grav etabliert. Statamic und Kirby sind kostenpflichtig und bieten dadurch ein hohes Maß an Verlässlichkeit und Stabilität. Das Open Source System Grav bietet diese Verlässlichkeit über eine vergleichsweise große Community. Wie bei manch anderem Open Source CMS wird bei Grav die Perspektive der Anwender hin und wieder zugunsten technischer Features vernachlässigt. Bei Kirby und Statamic erhält man dageben eine hervorragende Author Experience inklusive einem modernen Block-Editing. Während Kirby durch den Verzicht auf große Frameworks bis heute sehr schlank geblieben ist, hat sich Statamic vor einigen Jahren für das Laravel-Framework entschieden und kommt entsprechend schwergewichtig daher.

Alle anderen Flat-File-CMS werden von Einzelpersonen oder kleineren Communities betrieben. In diesem Umfeld hat vor allem Bludit mit seinem einfachen und direkten Ansatz viele Freunde gefunden. Es eignet sich ebenso für kleine Blogs wie auch für kleine private Webseiten. Ausschließlich für kleine Blogs ist das minimalistische System HTMLy entwickelt worden. Nach einigen Jahren des Stillstands ist das Blog-System zuletzt wieder aktualisiert worden. Ob die Wiederbelebung nachhaltig bleibt, ist noch nicht absehbar. Erfolgreich wiederbelebt wurde vor einigen Jahren auch Automad. Dabei handelt es sich um eine Art Mini-Page-Builder, mit dem Autoren recht komplexe Designs eigenhändig erstellen können. Typemill wiederum legt seinen Schwerpunkt auf informative Webseiten und hat sich auf das Publishing spezialisiert. Mit einem eBook-Plugin lassen sich aus der Webseite Dokumente und eBooks generieren, sodass sich das System gut für Dokumentationen und Buch-Projekte eignet. Wer im Flat-File-Bereich ein Headless-System sucht, der wird mit Flextype fündig. Wie alle Headless-Systeme bietet Flextype eine recht vollständige API an, mit der Frontend-Entwickler eine Webseite erstellen können. Etwas ins Stocken geraten ist inzwischen die Weiterentwicklung von Pico, dem minimalistischen Klassiker unter den Flat File CMS. Aktiv entwickelt wird dagegen das minimalistische CMS Yellow, das auf eine Administrations-Oberfläche komplett verzichtet und stattdessen die Markdown-Dateien im Browser bearbeiten lässt.

Die genannten Systeme werden in den folgenden Kapiteln kurz charakterisiert und zum Teil in den CMS-Reviews ausführlicher besprochen.

#Kirby: Der Pionier unter den Flat-File-CMS

Die erste Version von Kirby ist im Januar 2012 veröffentlicht worden. Das schlanke System hat damals neue Maßstäbe für Flat File CMS gesetzt. Das blieb auch in der weiteren Entwicklung so. Im November 2015 ist Kirby 2 mit einer komplett neuen Code-Basis veröffentlicht worden. Auch die im Januar 2019 veröffentlichte Version 3 von Kirby legt die Messlatte für andere Systeme hoch: Das Dashboard wurde mit Vue.js erneuert und setzt auf einer vollständigen REST-API auf. Die API eignet sich auch für Single-Page-Applications oder Headless-Konzepte und ermöglicht eine Integration von Static Site Generatoren. Trotz der stetigen Weiterentwicklung ist Kirby jedoch immer schlank, elegant und sehr nutzerfreundlich geblieben. Auf CMSstash gibt es eine eigene Review zu Kirby.

Screenshot vom Panel des CMS Kirby

Kirby ist ein kommerzielles System und wird von einem Team um den Gründer Bastian Allgeier entwickelt. Ebenso wie das System ist auch der Preis vergleichsweise stabil. Zwar wurde mit Version 3 der Preis von 79,- Euro auf 99,- Euro angehoben und die günstigere Version für eine private Nutzung aufgegeben. Im Vergleich zur Preisumstellung von Statamic in der Version 2 bleibt Kirby jedoch immer noch sehr moderat.

Besonders angenehm bei Kirby ist die Installation, die praktisch nur aus dem Herunter- bzw. Hochladen der Code-Basis besteht. Die Seite ist anschließend sofort besuchbar, ohne Konfigurationen oder sonstige Anpassungen. Anders als gewohnt nutzt Kirby für Templates reines PHP und verzichtet auf Twig, was der Performance des Systems zugute kommt. Etwas eigen ist der Umstand, dass es keinen separaten Theme-Ordner gibt. Stattdessen ist das Theme mit dem System eng verwoben, ein Theme-Wechsel per Knopfdruck ist nicht vorgesehen.

#Statamic: Ein Enterprise Flat-File-CMS

Statamic kann als das Enterprise System unter den Flat-File-CMS bezeichnet werden. Es richtet sich mit einem entsprechenden Preis vorwiegend an Freelancer und Agenturen. Bekanntester Kunde von Statamic ist der Spiegel Verlag, der im Januar 2020 vollständig auf Statamic umgestiegen ist, nachdem zuvor bereits Spiegel Plus und Bento mit Statamic liefen. Auf CMSstash gibt es eine Review zu Statamic.

Das Flat-File-System Statamic

Statamic ist enorm feature-mächtig und dennoch sehr nutzerfreundlich. Die erste Version von Statamic ist im Juni 2012 veröffentlicht worden, also nur wenige Monate nach dem ersten Release von Kirby. Wie Kirby ist auch Statamic sehr beständig, hat allerdings mit der Veröffentlichung von "Statamic 2" Anfang 2016 einen recht weitreichenden Strategie-Wechsel vollzogen und ist technisch vom Micro-Framework Slim auf das deutlich größere PHP-Framework Laravel umgestiegen. Nach über einem Jahr Entwicklungs-Zeit ist im August 2020 Statamic 3 erschienen. Die neue Version hat noch einmal deutlich aufgestockt und bietet so ziemlich alle Features, die man sich auch von einem ausgewachsenen CMS wünschen kann.

Die Neuerungen haben allerdings ihren Preis: Statamic kostet mit der Standard-Lizenz 249 Dollar pro Installation. Statamic überlässt damit Kirby das günstigere Preis-Segment und richtet sich mehr oder weniger ausschließlich an professionelle Dienstleister. Mit Version 3 ist zwar eine kostenfreie Variante hinzugekommen. Die darf allerdings nur für private Webseiten genutzt werden, was bei dem Code-Umfang von Statamic nur in den wenigsten Fällen sinnvoll sein dürfte. Ähnlich wie das beliebte CraftCMS ist Statamic aus dem Umfeld von Expression Engine entstanden. Durch die Ähnlichkeiten bietet sich Statamic als Flat-File-Alternative zum datenbank-basierten CraftCMS an.

#Grav: Das populäre Open Source System

Grav war lange Zeit das einzige Open-Source-CMS im Flat-File-Bereich, das einigermaßen in der Liga von Statamic und Kirby mitspielen konnte. Grav hat bei seinem ersten Release im Jahr 2014 für viel Furore gesorgt. Bis heute ist die Entwickler-Gemeinde sehr aktiv geblieben (Github-Grav), allerdings ist die Dynamik der Produkt-Entwicklung nicht so hoch wie bei Statamic oder Kirby. Initiator von Grav ist der RocketTheme-Chef und Joomla!-Mitgründer Andy Miller. Auf CMSstash gibt es eine ausführliche Review zu Grav.

Screenshot der Startseite von Grav CMS

Durch den RocketTheme-Hintergrund bietet Grav eine recht beeindruckende Bandbreite an Themes und Plugins an. Seit Dezember 2020 sind mit Grav Premium einige kostenpflichtige Plugins und Themes hinzugekommen. Doch auch ohne Premium-Features ist der Funktions-Umfang von Grav ausgesprochen groß. Eine Besonderheit von Grav ist das Konzept der modularen Seiten, bei dem sich eine Seite wie beim Lego aus mehreren Unterseiten (Modulen) zusammensetzt. Mit dem Konzept lassen sich zum Beispiel komplexe One-Pager bauen.

Im Vergleich zu Statamic oder Kirby wirkt das Dashboard von Grav allerdings deutlich überkomplex und weniger nutzerfreundlich. Man merkt, dass Grav als Open Source Projekt erst einmal die Bedürfnisse von Entwicklern im Blick hat und weniger auf unerfahrene Autoren achtet. Zwar wurden inzwischen einige Kinderkrankheiten wie fehlende Sortier-Möglichkeiten für modulare One-Pager behoben. Dennoch sollte man dem Redakteur das System erst einmal vorführen, bevor man sich von den sehr flexiblen Entwickler-Möglichkeiten des Systems überzeugen lässt. Auf der anderen Seite gibt es im Open-Source-Bereich derzeit kein zweites System mit einer vergleichbar großen Community und einer entsprechenden Auswahl an Erweiterungen.

#Bludit für Generalisten

Zunehmend beliebt ist Bludit. Bludit ist ebenfalls Open Source und ein besonders einfaches CMS unter den Flat-File-Systemen. Einfach bedeutet jedoch nicht begrenzt, sondern Bludit ist ganz im Gegenteil extrem flexibel und bietet sogar eine relativ vollständige API als Core-Plugin an. Und das alles bei gerade einmal 4 MB.

Startseite von Bludit CMS

Bludit hat im Jahr 2015 das etwas ältere XML-System Nibbleblog abgelöst. Das schlanke CMS profitiert sichtbar von den Erfahrungen mit dem Alt-System und macht bei der Erst-Installation einen sehr guten Eindruck: Es nimmt den Anwender genauso an die Hand, wie man es sich wünscht und macht den Installations-Prozess zu einem Kinderspiel.

Auch die Admin-Oberfläche ist aufgeräumt und das Bild-Management komfortabel. Eine kleine Auswahl an Themes und Plugins machen das System für einfache Projekte komplett, und mit der API können sogar moderne frontend-getriebene Webseiten realisiert werden. Nach einer kurzen Umstellung auf Markdown ist Bludit wieder auf den Standard-Editor TinyMCE umgestiegen, Autoren können bei Bludit also mit einem gewohnten HTML-Editor arbeiten.

Bludit wurde seit 2015 konstant weiterentwickelt, sodass das System für einfache Seiten absolut empfehlenswert ist, auch als Alternative zum etwas größeren und bekannteren Open-Source-CMS Grav. Derzeit ist eine neue Version 4 von Bludit in Arbeit.

#Typemill für Publisher

Typemill ist mein eigener Beitrag zur Flat-File-Welt. Das System richtet sich vor allem an Autoren und Micro-Publisher, wird aber auch von zahlreichen Unternehmen beispielsweise für Dokumentationen genutzt. Für Publisher bietet das CMS ein eigenes eBook-Plugin an, mit dem sich aus einer Typemill-Webseite ein oder mehrere eBooks im PDF- und EPUB-Format generieren lassen.

Startseite von Typemill CMS

Zu den weiteren Besonderheiten von Typemill zählt ein block-basierter Visual-Editor, mit dem sich Markdown-Inhalte in einer Art WYSIWYG-Stil erstellen lassen. Zum Herzstück des Systems gehört außerdem ein Formular-Manager, der für Plugin-Einstellungen, für Theme-Einstellungen, für öffentliche Formulare und für zusätzliche Seiten-Informationen genutzt werden kann. In jüngster Zeit sind Shortcodes hinzugekommen, mit denen beliebige Inhalte und Features über entsprechende Plugins integriert werden können. Typemill bietet diverse kostenfreie Plugins, Themes und eBook-Layouts an. Das CMS nutzt das Micro-Framework Slim (PHP) und das Frontend-Framework Vue.js.

#Automad für Ästheten

Das Flat-File-CMS Automad stammt aus dem Jahr 2013 und ist anschließend in einen längeren Dornröschen-Schlaf versunken. Im Juli 2018 ist Automad dann als sehr moderne, frische und aufgeräumte Version aus dem Schlaf erwacht und wird seitdem regelmäßig von seinem Gründer Marc Anton Dahmen weiterentwickelt.

Screenshot vom Dashboard des CMS Automad

Automad bietet den Autoren mit seinem Block-Editor sehr große Freiheiten, wenn es um die Erstellung anspruchsvoller Designs geht. Bei der Bearbeitung von komplexen Gestaltungs-Elementen kann man als Autor zwar die Übersicht verlieren. Doch es gibt kaum ein anderes Flat-File-CMS, das so viel Gestaltungs-Spielraum ohne die Unterstützung durch einen Entwickler ermöglicht. Eine Option ist Automad daher vor allem für design-lastige Webseiten, wie man sie oft in der Kreativ-Branche antrifft.

#Yellow für Minimalisten

Unter den vielen anderen Flat-File-Varianten sorgt vor allem Yellow für Abwechslung. Yellow verzichtet auf eine Autoren- oder Administrations-Oberfläche. Man kann sich jedoch einloggen und anschließend alle Seiten über einen kleinen aufpoppenden Markdown-Editor bearbeiten.

Der Ansatz ist extrem minimalistisch, erfordert allerdings von den Autoren auch eine gewisse Affinität zur Technik, da neben den Markdown-Inhalten auch die Seitenkonfigurationen direkt im sogenannten Frontmatter der Markdown-Dateien bearbeitet werden.

Screenshot von der Homepage des Flat File CMS Yellow

Yellow wird bis heute von dem schwedischen Entwickler Mark Seuffert regelmäßig weiterentwickelt. Es bietet eine sehr gute Dokumentation an und verfügt über einen erstaunlichen Feature-Umfang inklusive Shortcodes und einer umfangreichen und vor allem sehr geradlinigen Entwickler-API. Bei GitHub hat das kleine CMS inzwischen über 300 Sterne eingesammelt und gehört damit schon zu den bekannteren Systemen.

#Pico für Puristen

Pico hat eine lange Tradition und ist vor allem unter Puristen sehr beliebt. Das Micro-CMS ist schlank, nicht abhängig von Frameworks oder anderen Bibliotheken und bietet eine recht komfortable Anzahl an Erweiterungen an.

Screenshot von der Startseite des Flat File CMS Pico

Pico ist von dem schottischen Entwickler Gilbert Pellegrom Mitte der 2000er Jahre ins Leben gerufen worden, dürfte also eines der ältesten noch aktiven Flat File CMS sein. Pellegrom hat erst im Jahr 2020 mit Saaze ein neues Flat File CMS vorgestellt, das bislang jedoch nicht viel Beachtung gefunden hat. Inzwischen ist Daniel Rudolf der Lead-Entwickler von Pico. Die Entwicklung von Version 3 ist etwas ins Stocken geraten, es gibt jedoch ein Pre-Release auf GitHub.

#HTMLy für Blogger

Wer nach einem Flat-File-CMS für Blogs Ausschau hält, der wird möglicherweise mit HTMLy fündig. Das Projekt wurde im Jahr 2013 von dem Entwickler Danang Probo Sayekti explizit als Alternative zu WordPress vorgestellt. Von 2017 bis 2020 hat HTMLy allerdings eine Pause eingelegt. Die Wiederbelebung aus dem Jahr 2020 hat bis heute Bestand, sodass man Projekt wieder in die Auswahl nehmen kann.

Screenshot vom Dashboard des Flat File Blogsystems HTMLy

HTMLy verfügt über alle notwendigen Features für den Betrieb eines einfachen Blogs. Es gibt verschiedene Content-Typen für Posts nach dem Muster von Tumblr, außerdem gibt es Related Posts, RSS-Feeds und die Möglichkeit, externe Kommentar-Systeme einzubinden. Die Theme-Auswahl ist mit etwa ein Dutzend Varianten zwar beschränkt. Wenn jedoch nur ein simpler Blog geplant ist, dürfte für jeden Geschmack etwas dabei sein. Entwickler und vor allem Code-Einsteiger werden sich über die sehr schlank gehaltene Code-Basis im prozeduralen Stil freuen, das hat auch unter Flat-File-Systemen heute Seltenheitswert und stellt eine schöne Abwechslung dar.

#Flextype für Headless-Entwickler

Flextype ist als Nachfolgesystem des XML-basierten CMS Monstra entstanden. Im Laufe der Entwicklung ist Flextype auf den Headless-Trend aufgesprungen und bezeichnet sich heute als Hybrid-CMS. Die nächste Version 0.9.17 ist derzeit in Arbeit.

Screenshot vom Dashboard des CMS Flextype

Der Headless-Philosophie entsprechend basiert das gesamte System auf einer API, über die sich die Inhalte verwalten und ausliefern lassen. Für die Nutzung der API generiert das System klassische Token. Zusätzlich kann ein Token für die Authentifizierung erstellt werden, sodass Inhalte auch über externe Systeme nutzbar sind.

Flextype bietet derzeit zwei Varianten zum Download an: Das reine Core-System für die Headless-Nutzung und eine erweiterte Version mit Admin-Plugin und einem Demo-Theme. Mit der erweiterten Version (Flextype CMS) können auch normale Anwender eine einfache Webseite betreiben. Die Auswahl an verfügbaren Themes allerdings sehr klein, da normale Anwender nicht zur Kern-Zielgruppe von Flextype gehören. Kern-Zielgruppe sind Entwickler sein, die ein kleines Headless-CMS ohne Datenbank suchen.

#Weitere Optionen

Bis heute entstehen immer wieder neue Flat-File-Systeme. Ein Beispiel ist das genannte CMS "Saaze" aus dem Jahr 2020. Nur ein Jahr zuvor ist Aiola entstanden, ein Flat-File CMS für das beliebte PHP-Framework Laravel. Beide Systeme haben jedoch bislang kaum Aufmerksamkeit erlangt und die Weiterentwicklung wirkt nicht sehr dynamisch.

Daneben gibt es noch weitere Systeme, die einen Blick wert sind. Zum Beispiel Batflat. Das CMS wirkt vergleichsweise modern, konnte sich jedoch als kostenpflichtiges System nicht durchgesetzt und ist daher vor einiger Zeit auf eine Open-Source-Lizenz umgestiegen. Die letzte Aktualisierung ist allerdings schon einige Zeit her. Erst vor kurzem wurde dagegen WonderCMS aktualisiert. Das System ist ebenfalls vergleichsweise modern und bietet einen Inline-Editing-Modus an.

Auch Systeme wie Mozillo, GetSimple, CMS Simple XH, FlatPress und Typesetter sind eine Option. Die Systeme sind zwar schon etwas in die Jahre gekommen und die Entwicklungs-Dynamik wirkt nicht mehr so hoch. Dafür können die Systeme jedoch eine lange Entwicklungs-Geschichte vorweisen und sind entsprechend erprobt.

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