CMSstash

Statamic: Flat-File-CMS mit Laravel

Autor: Sebastian Schürmanns

Statamic ist ein Premium Flat File CMS mit einer modernen Code-Basis und einer umfangreichen Funktionalität. Die Bandbreite möglicher Webseiten reicht von einfachen Portfolio-Seiten über Blogs bis hin zu komplexeren Business-Seiten. Und alles, wie bei Flat File Systemen üblich, ohne dem Einsatz einer Datenbank.

Statamic Website

Statamic ist im Jahr 2012 als Nebenprojekt von Jason Varga und Jack McDade gestartet, auf Grund des großen Erfolges entschlossen sich die beiden jedoch zwischen 2014 und 2015, sich komplett auf Statamic zu konzentrieren und ein eigenes Startup zu gründen. Nach einem erneuten Jahr Entwicklungszeit veröffentlichten sie mit Statamic 2 eine komplett neue Version. Bereits mit der ersten Version brachte Statamic als sehr modernes kommerzielles System frischen Wind in den Flat-File-Markt. Mit der Version 2 transformierte Statamic dann endgültig zu einem Premium-System in einem etwas höheren Preis-Segment.

Anzeige

CMS-Experten erreichen

www.yourwebsite.com

Mit einer exklusiven Text-Anzeige auf CMSstash.de. Abrechnung pauschal oder per CPC möglich. Zum Media-Kit

Statamic richtet sich vornehmlich an Entwickler, die nach einem extrem flexiblen und professionellen CMS ohne Datenbank suchen, um damit kleine und mittelgroße Webseiten für ihre Kunden entwickeln wollen. Statamic wird konstant weiterentwickelt und an neue Trends angepasst, sodass das System immer frisch, modern und einfach zu bedienen ist.

Statamic für Content Manager

Statamic hatte schon immer einer sehr moderne, klare und gut durchdachte Oberfläche für Autoren und Administratoren. Das Dashboard ist funktionsreich und dennoch übersichtlich und auf das Nötigste reduziert. Autoren können dynamische Beiträge oder statische Seiten erstellen, Tags, Bilder und jede Form von Assets hinzufügen und die Seite mit unfangreichen Konfigurations-Tools individualisieren. Bei Statamic 2 findet man auch einen integrierten Form-Builder, über den der Nutzer auch ohne Code-Kenntnisse zum Beispiel Kontakt-Formulare erstellen kann. Außerdem gibt es natürlich einen Updater, diverse Plugins und eine einfache Möglichkeit, neue Themes zu installieren.

Statamic Website

Statamic arbeitet mit statischen "Pages" und dynamischen "Collections". Collections können für zeit-abhängige Inhalte wie Blog-Beiträge verwendet werden.

Besonders gut ist bei Statamic das Asset Management gelungen. Man kann Bilder hochladen, mit Alt-Texten und Bild-Unterschriften versehen und beliebig in den Content integrieren. Was bei anderen System oft erschreckend ungelenk wirkt, ist bei Statamic tatsächlich auch aus Autoren-Sicht gut gelöst. Einziger Wehmuts-Tropfen: Auch bei Statamic wird der WYSIWYG-Editor "Redactor 1" zunächst ohne ein Bild-Management installiert. Redaktor muss erst entsprechend konfiguriert werden, damit der Image-Button in der Editier-Leiste des Editors erscheint und nutzbar ist.

Statamic für Entwickler

Die erste Version von Statamic basierte auf dem PHP-Micro-Framework "Slim". Im März 2016 ist Statamic 2 mit einem komplett neuen Technologie-Stack erschienen. Seitdem läuft das CMS auf dem Populären, allerdings auch deutlich umfangreicheren Framework "Laravel". Man kann dadurch zwar auch die gesamte Power von Laravel nutzen, hat dadurch allerdings auch kein wirklich leichtgewichtiges System mehr (Statamic wird in der Core-Version mit über 20MB ausgeliefert). Dafür ist das System recht komplett und hat ehemaligen Pro-Features wie den Form-Buider "Raven" und die Suchfunktion "Bloodhound" in die Core-Version integriert. Das Administrations-Panel wirkt im Vergleich zu der schlanken ersten Version allerdings etwas schwerfälliger.

Ein paar Fakten für Entwickler:

Es gibt natürlich noch eine Menge weiterer Features wie Caching, flexible URLs, Bild-Manipulation, Versions-Kontrolle, Form-Builder und Validierungs-Features.

Die Installation von Statamic ist recht einfach. Man lädt die Statamic-Datein herunter, kopiert sie auf den Server (oder in den lokalen Ordner) und geht zu deiner-domain.com/installer.php. Dort füllt man die Formulare aus und startet die Installations-Routine. Ein vorheriges Einrichten einer Datenbank ist natürich nicht nötig.

Wer Statamic auf dem lokalen System in einem Unterordner installiert (getestet mit XAMPP), muss noch einige zusätzliche Konfigurationen vornehmen:

Verglichen mit anderen Flat-File-Systemen wie Kirby erfordert die Installation von Statamic zumindest im lokalen Sub-Folder also etwas mehr Konfigurations-Aufwand.

Eine der besten Features für Entwickler ist der Fieldset-Manager, über den sich die Eingabe-Formulare für Autoren erstellen lassen. Dieses Konzept erinnert sehr an andere moderne Systeme wie zum Beispiel Craft. Mit dem Fieldset-Manager entfällt die manuelle Konfiguration über YAML-Dateien, sondern man kann vordefinierte Felder und Feld-Blöck über die Administrations-Oberfläche ohne Code-Aufwand erstellen.

Die Theme-Entwicklung folgt dem bekannten Konzept moderner Systeme. Zuerst werden ein paar Eingabe-Felder mit dem Fieldset-Manager definiert. Das System speichert die vom Autoren erstellten Inhalte dann in Markdown-Dateien. Die Inhalte kann der Entwickler dann mit Hilfe von Templates und der Template-Sprache Antler ausgeben.

Eine YAML-Datei mit der Definition von Eingabefeldern für die Nutzer-Inhalte sieht in etwas so aus:

title: National Parks
fields: 
  parks:
    type: list
    display: National Parks

Die Nutzer-Inhalte werden in Markdown wie folgt gespeichert:

national_parks:
  - Acadia
  - Denali
  - Redwood

Der Entwickler gibt die Inhalte dann mit Antler wie folgt im Template aus:

{{ national_parks }}
  {{ value }}
{{ /national_parks }}

Wem das Konzept zusagt, der kann über die gute Dokumentation von Statamic oder über die Video-Tutorials (Anmeldung erforderlich) tiefer in die Materie einsteigen. Einen ersten Eindruck bieten auch die frei verfügbaren Screencasts.

Statamic für Nicht-Entwickler

Es gibt zwar diverse Themes und Plugins für Statamic, aber als Nicht-Entwickler dürfte man recht schnell an seine Grenzen stoßen. Auch im Slogan richtet sich Statamic explizit an einer andere Zielgruppe: "A true CMS designed to make agencies profitable, developers happy, and clients hug you."

Für Code-Einsteiger ist Statamic dagegen eine recht gute Wahl. Ich selbst hatte vor vielen Jahren den Umstieg von WordPress auf Statamic 1 als wahre Wohltat erlebt, da die Code-Arbeit bei Statamic wesentlich direkter und einfacher ist.

Preise

Statamic startete in der ersten Version mit einer tiefen Preisstaffel vergleichbar mit Kirby. Ab der Version 2 hat sich Statamic jedoch stärker zu einem Premium-System im Flat-File-Bereich entwickelt. Man zahlt 199,- Dollar pro Webseite. Wer als Dienstleister mit Statamic viele Kundenseiten erstellen will, zahlt als Freelancer eine monatliche Gebühr von 49,- Dollar und als Team eine monatliche Gebühr von 199,- Dollar für eine unbegrenzte Anzahl an Seiten.

Statamic bietet eine Test-Version an, die man nach Anmeldung und vor dem Kauf herunterladen kann.

Empfehlung: Wann lohnt Statamic?

Während sich Statamic 1 auch noch für Privat-Leute und Hobby-Coder gelohnt hat, richtet sich die zweite Version an professionelle Dienstleister. Diese Dienstleister können mit Statamic professionelle Seiten bis zu einem relativ komplexen Umfang erstellen, d.h. vor allem Corporate Webseites im KMU-Bereich als kommerzielle Alternative zu WordPress. Aufgrund des hohen Funktionsumfangs und des ausgereiften Laravel-Frameworks im Hintergrund dürfte man kaum an Grenzen stoßen.

Die hohe Flexibilität des Systems rechtfertigt den höheren Preis gegenüber Kirby, die sehr gute Nutzerfreundlichkeit der Autorenoberfläche ist ein Argument für Statamic gegenüber freien Systemen wie Grav. Allerdings gibt es in diesem Preis-Segment zum Beispiel mit Craft auch noch andere Alternativen, die dann allerdings datenbank-basiert sind.

Die ältere E-Commerce-Lösung "Bison" ist übrigens nicht mehr kompatibel zu Statamic 2, für Shops verweist Statamic auf externe Lösungen wie snipcart. Auch bei E-Commerce-Seiten wären dann spezialisiertere Systeme wie Craft und andere besser geeignet.

Auch andere Experten lesen gerne gute Inhalte und freuen sich, wenn Du diesen Artikel zum Beispiel über Twitter teilst. Auf Twitter gibt es außerdem von @CMSstash tägliche Updates.

Zuletzt aktualisert: 27.02.2018